Modul-Verlinkung:
Stufe 1 – ESSENTIALS
Stufe 2 – PROFESSIONAL
Stufe 3 – ENTERPRISE
AGB / Rechtsgrundlage
A
Abnahme / Abnahmeprotokoll
Die formelle Übergabe von Bauleistungen durch den Unternehmer an den Besteller, mit der die Mängelgewährleistungsfrist zu laufen beginnt. Das Abnahmeprotokoll dokumentiert den Zustand des Werks, festgestellte Mängel und Vorbehalte in rechtssicherer Form. Eine lückenhafte oder verspätete Abnahmedokumentation ist ein häufiger Ursprung kostenintensiver Streitigkeiten — wir strukturieren diesen Prozess konsequent durch.
Akzeptanzkriterien
Formal definierte Anforderungen, anhand derer ein Dokument im RDAM-Verfahren automatisiert und nachvollziehbar bewertet wird. Akzeptanzkriterien legen pro Dokumentenklasse fest, welche inhaltlichen und formalen Mindestanforderungen erfüllt sein müssen — z.B. «muss rechtsverbindlich unterzeichnet sein» oder «Massstab 1:50 eingehalten». Sie sind die technische Grundlage für jede prüfbare, wiederholbare Qualitätssicherung auf der nukleus-Plattform.
Eine Entscheidung der EU-Kommission, mit der sie feststellt, dass ein Drittland ein mit der EU vergleichbares Datenschutzniveau bietet. Für die Schweiz liegt ein solcher Beschluss vor — was bedeutet, dass wir Personendaten aus dem EWR rechtssicher in die Schweiz übermitteln dürfen, ohne zusätzliche Garantien einholen zu müssen.
Anonymisierung
Der Prozess, personenbezogene Daten so zu verändern, dass sie nicht mehr einer spezifischen Person zugeordnet werden können. Anonymisierte Daten unterliegen nicht mehr den Datenschutzgesetzen.
Auftrags(daten)verarbeitung (AVV)
Ein Vertrag, der regelt, wie ein Dienstleister (Auftragsverarbeiter, z.B. wir als nukleus AG) personenbezogene Daten im Auftrag eines Kunden (Verantwortlicher) verarbeitet. Er stellt sicher, dass der Dienstleister die Daten nur nach Weisung des Kunden und unter Einhaltung der Datenschutzgesetze bearbeitet. Im Hybrid-Betriebsmodus schliesst nukleus gültige AVV/DPA mit allen eingesetzten Drittanbietern (OpenAI, Mistral AI, Infomaniak) ab.
API (Application Programming Interface)
Eine standardisierte Schnittstelle, die es ermöglicht, dass verschiedene Softwaresysteme miteinander kommunizieren und Daten austauschen. Wir nutzen APIs, um unsere Plattform an bestehende ERP-Systeme, CDE-Plattformen und weitere Drittsysteme Ihrer Infrastruktur anzubinden — ohne manuelle Doppelerfassung. Im BYOAI-Modus ist der Kunde verpflichtet, eine mit der nukleus-Plattform kompatible API-Schnittstelle eigenverantwortlich bereitzustellen.
Audit
Eine systematische, unabhängige Prüfung von Prozessen, Dokumenten oder Systemen anhand definierter Kriterien. Bei uns unterscheiden wir zwischen internen Qualitäts-Audits, Compliance-Audits (z.B. DSG, ESG) und Finanz-Audits — alle automatisierbar mit unseren Enterprise-Modulen.
B
B2B (Business-to-Business)
Geschäftsbeziehungen und Dienstleistungen, die ausschliesslich zwischen Unternehmen stattfinden — im Gegensatz zu B2C (Business-to-Consumer). Wir sind ein reiner B2B-Anbieter: Unsere Plattform richtet sich an Bauherren, Investoren, CREM-Einheiten und Projektsteuerer — nicht an Privatpersonen.
Benchmarking
Ein systematischer Vergleich von Leistungskennzahlen, Prozessen oder Ergebnissen mit internen Referenzwerten oder externen Best-Practice-Standards. Wir nutzen Benchmarking, um Qualitätsabweichungen und Optimierungspotenziale über mehrere Projekte und Portfolios hinweg sichtbar zu machen.
BGFA (Anwaltsgesetz)
Das Bundesgesetz über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte. Es regelt das Anwaltsmonopol für die Vertretung vor Gericht in der Schweiz.
Behinderungsanzeige
Eine schriftliche Mitteilung des Unternehmers an den Besteller, mit der er eine Behinderung seiner Bauleistungen anzeigt und damit seine vertraglichen Rechte auf Fristverlängerung und Mehrkosten sichert. Ohne fristgerechte Behinderungsanzeige droht der vollständige Verlust entsprechender Nachtragsforderungen — ein rechtlicher Fallstrick, den wir systematisch identifizieren und dokumentieren.
BIM (Building Information Modeling)
Ein digitales Arbeitsmodell, das alle relevanten physischen und funktionalen Informationen eines Bauprojekts in einem gemeinsamen, strukturierten Datenmodell integriert — standardisiert nach ISO 19650 und die Basis moderner CDE-Umgebungen. Unsere Plattform ist so konzipiert, dass sie BIM-konforme Dateistrukturen und Dokumententaxonomien nahtlos aufnimmt und in den RDAM-basierten Prüfprozess integriert.
BYOAI (Bring Your Own AI)
Ein Betriebsmodus der nukleus-Plattform, bei dem der Kunde eine eigene KI-Infrastruktur — inklusive selbst betriebener Sprachmodelle und API-Schnittstellen — an die Plattform anbindet. nukleus fungiert in diesem Modus ausschliesslich als Integrationsschicht. Betrieb, Qualität, Verfügbarkeit und Datenschutzkonformität der eingebundenen Modelle liegen vollständig in der Verantwortung des Kunden. Der BYOAI-Modus wird ausschliesslich per schriftlicher Zusatzvereinbarung aktiviert.
C
CDE (Common Data Environment)
Eine zentrale, gemeinsam genutzte digitale Plattform zur Verwaltung, Verteilung und Kontrolle von Projektinformationen — insbesondere im Bauwesen (BIM-Standard ISO 19650). Wir integrieren uns via API in bestehende CDE-Umgebungen, um eine lückenlose Datenbasis ohne Medienbrüche zu gewährleisten.
Change Management
Der strukturierte Ansatz zur Begleitung von Veränderungsprozessen in Organisationen — insbesondere bei der Einführung neuer Technologien oder Arbeitsweisen. Wir integrieren Change Management aktiv in Phase 3 unserer Beratungsleistung, weil nachhaltige Digitalisierung durch Menschen entsteht, nicht durch Software allein.
CREM (Corporate Real Estate Management)
Das strategische und operative Management von Unternehmensimmobilien — von der Portfoliosteuerung über Flächenplanung bis zur Betriebsoptimierung. CREM-Einheiten gehören zu unseren Kernzielgruppen: Sie profitieren von automatisierter Dokumentation, proaktivem Risikomanagement und datenbasierter Portfoliosteuerung über alle Stufen hinweg.
D
Deep-Content-Retrieval
Eine fortschrittliche Suchtechnologie, die nicht nur nach Schlagworten sucht, sondern die semantische Bedeutung von Inhalten in Dokumenten versteht und relevante Zusammenhänge erkennt.
Delta-Analyse
Ein Verfahren, das den Unterschied (Delta) zwischen zwei Zuständen, z.B. einem Soll- und einem Ist-Zustand, systematisch analysiert und bewertet. Bei uns wird es genutzt, um die Entwicklung der Datenqualität oder der Risikolage über die Zeit zu messen.
Datenschutzgesetz (DSG)
Das schweizerische Bundesgesetz über den Datenschutz. Es regelt die Bearbeitung von Personendaten und schützt die Grundrechte von Personen, über die Daten bearbeitet werden. Massgeblich für alle Betriebsmodi der nukleus-Plattform — unabhängig davon, ob nukleus eigene Modelle, Drittanbieter oder kundeninterne KI-Infrastruktur einsetzt.
Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
Die Verordnung (EU) 2016/679, die die Regeln zur Verarbeitung personenbezogener Daten durch private Unternehmen und öffentliche Stellen EU-weit vereinheitlicht. Sie hat auch Auswirkungen auf Unternehmen in der Schweiz, die Dienstleistungen im EU-Raum anbieten. Im Hybrid-Modus mit US-Anbietern (OpenAI, Mistral AI) ist der Datentransfer in Drittländer gemäss DSGVO besonders zu begründen.
Dokumentenklasse
Die eindeutige, hierarchisch strukturierte Kategorie, der ein Dokument im RDAM-Verfahren zugeordnet wird — z.B. «Verträge und Kosten › Versicherungspolicen › Bauwesenversicherungspolice». Die Dokumentenklasse bestimmt, welche Akzeptanzkriterien zur Anwendung kommen und welche Risikodimensionen bewertet werden. Sie ist das Kernelement der nukleus-Taxonomie und die Grundlage für jede automatisierte Qualitätssicherung.
Drittland-Transfer
Die Übermittlung personenbezogener Daten in ein Land ausserhalb der EU/des EWR bzw. ausserhalb der Schweiz, das kein gleichwertiges Datenschutzniveau aufweist. Erfordert besondere Garantien wie Standardvertragsklauseln (SCC) oder einen Angemessenheitsbeschluss. Relevant im Hybrid-Betriebsmodus, wenn Daten an US-Anbieter (OpenAI, Mistral AI) übermittelt werden — nukleus ist verpflichtet, diese Transfers rechtskonform zu begründen und zu dokumentieren.
E
ERP (Enterprise Resource Planning)
Integrierte Unternehmenssoftware zur Steuerung zentraler Geschäftsprozesse wie Finanzen, Projektmanagement und Ressourcenplanung (z.B. SAP, Oracle). Wir verbinden unsere Plattform via API mit bestehenden ERP-Systemen, um Daten ohne Doppelerfassung zu nutzen.
Embedding / Semantische Einbettung
Ein mathematisches Verfahren, bei dem Textinhalte in numerische Vektoren umgewandelt werden, um semantische Ähnlichkeiten maschinenlesbar zu machen. Embeddings sind die technische Grundlage für Deep-Content-Retrieval und RAG: Sie ermöglichen es, relevante Dokumentenabschnitte anhand ihrer inhaltlichen Bedeutung zu finden — unabhängig davon, ob die exakten Suchbegriffe im Dokument auftauchen. Das Ergebnis ist eine Suche, die versteht, was gemeint ist.
ESG (Environmental, Social, and Governance)
Ein Rahmenwerk zur Bewertung der Nachhaltigkeit und der gesellschaftlichen Auswirkungen einer Investition oder eines Unternehmens. Es umfasst Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungskriterien.
EU AI-Act (Verordnung (EU) 2024/1689)
Die erste umfassende KI-Regulierung der EU, die KI-Systeme nach Risikostufen klassifiziert: Minimal-Risiko, Begrenzt-Risiko, Hochrisiko und verbotene Praktiken. Alle unsere Module sind von Anfang an so konzipiert, dass sie ausschliesslich in die Kategorien Minimal- und Begrenzt-Risiko fallen. Art. 50 verpflichtet uns zur Transparenz über KI-generierte Inhalte — wir erfüllen diese Pflicht automatisch, korrekt und ohne Zusatzaufwand für Sie.
F
Freistellungsklausel (Indemnification)
Eine vertragliche Vereinbarung, durch die eine Partei (hier: der Kunde) die andere Partei (nukleus AG) von Ansprüchen Dritter schadlos hält, die aus dem Handeln oder dem Verantwortungsbereich der freistellenden Partei entstehen. Im BYOAI-Modus stellt der Kunde nukleus von sämtlichen Ansprüchen Dritter frei, die aus dem Betrieb der kundeninternen KI-Infrastruktur resultieren. Die Freistellungsklausel ist zivilrechtlich durchsetzbar, bedarf jedoch einer ausdrücklichen Akzeptanz des Kunden beim Vertragsschluss — sie ist daher in der BYOAI-Zusatzvereinbarung separat zu unterzeichnen.
G
Governance
Der Rahmen aus Regeln, Verantwortlichkeiten und Prozessen, der sicherstellt, dass eine Organisation ihre Ziele kontrolliert und transparent erreicht. Im Bauwesen umfasst Governance die Strukturierung von Entscheidungswegen, Rollenklarheit und Compliance-Überwachung. Unsere Stufe-3-Module unterstützen Governance-Strukturen aktiv — von der Rollenkoordination bis zum KVP.
H
HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure)
Die deutsche Preisrechtsverordnung, die Mindest- und Höchsthonorare für Planungsleistungen von Architekten und Ingenieuren regelt. Im Kontext von Gutachten und Vertragsprüfungen ist die HOAI relevant für die Beurteilung von Leistungsbildern, Haftungsfragen und Vergütungsstreitigkeiten.
Halluzination (KI)
Das Phänomen, bei dem ein KI-Sprachmodell inhaltlich falsche, aber überzeugend formulierte Informationen generiert — ohne Grundlage in den zugrundeliegenden Daten. Halluzinationen sind ein strukturelles Risiko generativer KI-Systeme, das im Rechtswesen und Bauwesen besonders gravierende Folgen haben kann. Wir begegnen diesem Risiko konsequent durch RAG: Alle Ausgaben unserer Plattform werden in Ihren verifizierten Projektdokumenten verankert; verwendete Quellen werden nachvollziehbar deklariert.
Hilfspersonen
Personen oder Unternehmen (z.B. Subunternehmer), die von einer Vertragspartei zur Erfüllung ihrer vertraglichen Pflichten beigezogen werden. Die Vertragspartei haftet in der Regel für das Handeln ihrer Hilfspersonen wie für ihr eigenes.
Höhere Gewalt
Ein von aussen kommendes, unvorhersehbares und unabwendbares Ereignis (z.B. Naturkatastrophen, Pandemien, Krieg), das eine Vertragspartei an der Erfüllung ihrer Pflichten hindert. In solchen Fällen ist die Haftung für die Nichterfüllung meist ausgeschlossen.
Hybrid-KI (Option B)
Ein Betriebsmodus der nukleus-Plattform, bei dem Kernfunktionen (Dokumentenklassifizierung, RDAM-Engine, Risikoaggregation, Ausgangslage-Versionierung) auf eigener nukleus-Infrastruktur mit selbst gehosteten Modellen betrieben werden. Für erweiterte oder spezialisierte Services greift die Plattform ergänzend auf externe KI-API-Dienste von Drittanbietern (OpenAI, Mistral AI, Infomaniak) zurück. Die Verantwortungsabgrenzung zwischen den beiden Schichten ist vertraglich klar geregelt: Kerndaten verlassen die nukleus-Infrastruktur nicht; erweiterte Services erfolgen ausschliesslich auf Basis gültiger AVV/DPA. Gilt als Standard-Betriebsmodus, wenn vertraglich kein anderer Modus bezeichnet ist.
I
Integrationsschicht
Die technische Vermittlungsebene der nukleus-Plattform, über die externe oder kundeninterne KI-Systeme angebunden werden. Im BYOAI-Modus beschränkt sich die Leistung von nukleus ausschliesslich auf Bereitstellung und Betrieb dieser Integrationsschicht — Betrieb, Qualität und Datenschutz der angebundenen Modelle liegen vollständig beim Kunden. Support durch nukleus wird ausschliesslich für die Integrationsschicht selbst geleistet, nicht für die dahinterliegende KI-Infrastruktur des Kunden.
Impact (Auswirkung)
Beschreibt das potenzielle Schadensausmaß eines Risikos, falls es eintritt. Die Bewertung erfolgt entlang verschiedener Dimensionen wie Kosten, Zeit, Qualität und Sicherheit, um die Kritikalität eines Risikos zu bestimmen.
K
Kausalitätsprüfung
Die systematische Analyse, ob und in welchem Ausmass ein Ereignis (z.B. eine Planungsänderung) ursächlich für einen Schaden, eine Kostensteigerung oder einen Terminverzug ist. Die Kausalitätsprüfung ist Kernbestandteil von Nachtragsgutachten und rechtlichen Auseinandersetzungen im Bauwesen — und eine der inhaltlichen Eigenleistungen, bei der wir die Deklarationspflicht vollständig übernehmen.
Deklaration durch nukleus («Wir deklarieren für Sie»)
Kennzeichnung, die wir vollständig übernehmen, wenn ein Modul inhaltliche Analysen oder Bewertungen liefert, die direkt in Gutachten oder Berichte einfliessen können. Die Deklaration des KI-Einsatzes dient der Transparenz gegenüber Auftraggebern, Gerichten und Parteien — und ist bei uns automatisch, korrekt und ohne Mehraufwand für Sie integriert. Module ohne diese Pflicht sind als «Direkt einsatzbereit» gekennzeichnet.
KPI (Key Performance Indicator)
Leistungskennzahl zur Messung und Überwachung des Fortschritts oder Erfolgs von Projekten (z.B. Kostentreue, Termineinhaltung), die als Basis für Steuerungsentscheidungen dient.
KVP (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess)
Eine Denkweise und Methode zur stetigen Verbesserung von Prozessen, Produkten und Dienstleistungen in kleinen, schrittweisen Änderungen. Ziel ist die Steigerung von Effizienz und Qualität.
L
Lizenzmodell / Abonnement
Die vertragliche und kommerzielle Grundlage, auf der Kunden auf die nukleus-Plattform zugreifen. Wir operieren auf einem modularen Abonnementmodell: Stufe 1 (ESSENTIALS) ist eigenständig nutzbar und bildet die solide Einstiegsbasis; Stufe 2 (PROFESSIONAL) und Stufe 3 (ENTERPRISE) erweitern den Funktionsumfang schrittweise ohne Systemwechsel. Mindestlaufzeiten, Pro-Rata-Abrechnung und Kündigungsfristen sind transparent in den AGB geregelt.
M
Mangel / Mängelrechte
Ein Mangel liegt vor, wenn eine Dienstleistung nicht die vereinbarte oder üblicherweise zu erwartende Qualität aufweist. Mängelrechte (Gewährleistung) beschreiben die Ansprüche des Kunden, z.B. das Recht auf Nachbesserung (Behebung des Mangels).
Marktortprinzip
Grundsatz des EU-Datenschutzrechts (Art. 3 DSGVO), nach dem die DSGVO für jedes Unternehmen gilt, das Waren oder Dienstleistungen an Personen in der EU richtet — unabhängig davon, wo das Unternehmen seinen Sitz hat. Als Schweizer Unternehmen wenden wir die DSGVO konsequent an, sobald wir Daten von EWR-Personen verarbeiten — nicht als Pflichtübung, sondern als gelebte Praxis.
Mensch in der Schleife (Human-in-the-Loop)
Ein Prinzip, bei dem ein KI-System Entscheidungen oder Analysen nicht vollständig autonom trifft. Eine menschliche Person überprüft, validiert oder korrigiert die Ergebnisse der KI, bevor finale Entscheidungen getroffen werden. Dies stellt die Kontrolle und Verantwortung des Menschen sicher.
Modellwechsel
Der Austausch oder die Aktualisierung eines eingesetzten KI-Sprachmodells durch nukleus im Rahmen des laufenden Plattformbetriebs. nukleus ist berechtigt, Modelle auszutauschen, sofern der vereinbarte Funktionsumfang erhalten bleibt und Datenschutzgarantien gewahrt sind. Über wesentliche Modellwechsel wird der Kunde vorab informiert. Nach einem Modellwechsel ist der Kunde verpflichtet, eigene Validierungsprüfungen vorzunehmen — nukleus haftet nicht für veränderte Output-Charakteristiken innerhalb des vereinbarten Funktionsumfangs.
N
Nachtrag / Nachtragspotenzial
Ein Nachtrag ist eine nachträgliche Leistungsänderung oder -erweiterung beim Werkvertrag, die zu zusätzlichen Vergütungsansprüchen des Unternehmers führt. Das Nachtragspotenzial bezeichnet die Gesamtheit der identifizierbaren Ansprüche aus Planungsänderungen, Behinderungen oder Leistungslücken. Wir analysieren und quantifizieren Nachtragspotenziale systematisch — eine inhaltliche Eigenleistung, bei der wir die Deklaration vollständig übernehmen.
O
Obligationenrecht (OR)
Der fünfte Teil des schweizerischen Zivilgesetzbuches, der das Vertragsrecht in der Schweiz regelt.
OCR (Optical Character Recognition)
Technologie zur automatischen Erkennung und Extraktion von Textinhalten aus gescannten Dokumenten, Plänen oder Fotografien. OCR ist die Voraussetzung dafür, dass nicht-digitale Unterlagen vollständig in den RDAM-Prüfprozess einbezogen werden können. Wir setzen OCR standardmässig in der Vorverarbeitungspipeline ein — damit auch gescannte Werkverträge, Planunterlagen und handschriftliche Protokolle maschinell ausgewertet werden können.
Onboarding
Der strukturierte Prozess der Systemeinführung — von der initialen Datenmigration und API-Anbindung über die projektspezifische Taxonomie-Konfiguration bis zur Schulung der Nutzergruppen. Wir begleiten jedes Onboarding in drei definierten Phasen mit klaren Meilensteinen, Verantwortlichkeiten und SLA-Bindung ab dem ersten Tag. Kein Projekt startet ohne abgenommene Ausgangslage.
P
PII / Personenbezogene Daten
Informationen, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person beziehen. Dazu gehören Namen, Adressen, E-Mail-Adressen oder andere Daten, die einer Person direkt oder indirekt zugeordnet werden können.
Postulationsfähigkeit
Die Fähigkeit, vor Gericht rechtswirksame Prozesshandlungen vorzunehmen. In der Schweiz ist dies für die berufsmässige Vertretung Anwälten vorbehalten. Eine KI besitzt keine Postulationsfähigkeit.
Protokollierung (Autonom vs. Unterstützt)
Bei der autonomen Protokollierung erstellt die KI das Protokoll vollständig selbstständig. Bei der unterstützten Protokollierung (unser Standard) bereitet die KI Inhalte vor (Transkription, Extraktion), die finale Validierung liegt jedoch beim Menschen (Human-in-the-Loop), um Rechtssicherheit zu garantieren.
R
RaaS (Results-as-a-Service)
Ein Servicemodell, bei dem die Bezahlung auf der Lieferung messbarer Ergebnisse oder Resultate basiert, anstatt auf dem Zugang zu Software oder Infrastruktur.
RAG (Retrieval Augmented Generation)
Eine KI-Methode, die die Generierung von Antworten (durch ein Sprachmodell) mit dem Abruf von faktenbasierten Informationen aus einer vertrauenswürdigen Wissensbasis (Ihren Dokumenten) kombiniert, um Halluzinationen zu vermeiden.
RDAM (Risikobasierte Dokumenten-Akzeptanz-Methode)
Ein standardisiertes Verfahren zur qualitativen Bewertung und Steuerung von Dokumentenbeständen in komplexen Projekten. Es verbindet klassisches Requirements Engineering mit multidimensionalem Risikomanagement.
Requirements Engineering
Ein systematischer Ansatz zur Erhebung, Dokumentation und Verwaltung von Anforderungen an ein System oder Projekt, um sicherzustellen, dass das Ergebnis die Bedürfnisse der Stakeholder erfüllt.
Risikomanagement
Der systematische Prozess der Identifizierung, Analyse, Bewertung, Steuerung und Überwachung von Risiken in einem Projekt oder Unternehmen, um die Wahrscheinlichkeit und/oder die Auswirkung negativer Ereignisse zu minimieren.
Roadmap
Ein priorisierter, zeitlich strukturierter Implementierungsplan mit Meilensteinen, Ressourcenbedarf und klaren Verantwortlichkeiten. Wir erarbeiten in Phase 1 unserer Beratung gemeinsam mit Ihnen eine praxisnahe Roadmap — realistisch, auf Ihre Organisation zugeschnitten und als belastbare Grundlage für Investitionsentscheidungen.
S
Self-Hosted KI (Option A)
Ein Betriebsmodus der nukleus-Plattform, bei dem sämtliche KI-Inferenzleistungen — für Kernfunktionen wie Dokumentenprüfung, Risikoanalyse und Berichtsgenerierung sowie alle weiteren Services — ausschliesslich über eigene, auf nukleus-Infrastruktur betriebene Sprachmodelle erbracht werden. Kundendaten verlassen die nukleus-Infrastruktur zu keinem Zeitpunkt im Rahmen der KI-Inferenz. Kein Einsatz externer API-Dienste. Empfohlen für Kunden mit erhöhten Datenschutzanforderungen (öffentliche Hand, Gesundheitswesen): keine Subprozessoren, kein AVV mit Drittanbietern, keine Datenübertragung in Drittländer.
Standardvertragsklauseln (SCC / Standard Contractual Clauses)
Von der EU-Kommission genehmigte Mustervertragsklauseln, die als geeignete Garantie für die Übermittlung personenbezogener Daten in Drittländer ohne Angemessenheitsbeschluss dienen (Art. 46 DSGVO). Im Hybrid-Betriebsmodus mit US-Anbietern (OpenAI, Mistral AI) ist der Datentransfer in die USA auf Basis von SCC oder vergleichbarer Garantien zu begründen und vor Produktivsetzung rechtlich zu prüfen. Diese Prüfung liegt in der Verantwortung von nukleus.
Subprozessoren
Drittunternehmen, die von einem Auftragsverarbeiter (hier: nukleus AG) zur Erbringung von Teilleistungen eingesetzt werden und dabei Zugang zu personenbezogenen Daten des Kunden erhalten. Nukleus setzt im Hybrid-Betriebsmodus Subprozessoren ein (OpenAI, Mistral AI, Infomaniak). Diese sind mit gültigen AVV/DPA vertraglich gebunden und in der Datenschutzerklärung von nukleus als aktuelle Subprozessorenliste veröffentlicht. Änderungen an der Subprozessorenliste werden vor der Änderung kommuniziert — nicht nachträglich.
Sachverständiger / Gutachter
Eine Person mit nachgewiesener Fachkenntnis, die im Auftrag von Gerichten, Behörden oder Vertragsparteien gutachterliche Stellungnahmen zu Sach- und Rechtsfragen erstellt. Der Sachverständige trägt die persönliche Verantwortung für sein Gutachten — unabhängig davon, ob er dabei KI-Werkzeuge nutzt. Für Gutachten, in die unsere Analyseergebnisse einfliessen, übernehmen wir die korrekte Deklaration vollständig.
SaaS (Software-as-a-Service)
Ein Software-Lizenzierungs- und Bereitstellungsmodell, bei dem Software auf Abonnementbasis lizenziert und zentral gehostet wird.
Scoring / Risikoscore
Die numerische Bewertung des Risikopotenzials eines Dokuments oder einer Dokumentenklasse im RDAM-Verfahren. Der Score ergibt sich aus der Kombination des Schadensausmasses (Impact) entlang der Dimensionen Kosten, Zeit, Qualität, Sicherheit, Nachhaltigkeit und Reputation mit der jeweiligen Eintrittswahrscheinlichkeit. Er bildet die objektive, nachvollziehbare Grundlage für Priorisierungsentscheidungen im Prüfprozess — und ersetzt subjektives Bauchgefühl durch Methodik.
Schutzrechte Dritter
Geistige Eigentumsrechte wie Patente, Urheberrechte oder Marken, die einer anderen Person oder einem anderen Unternehmen gehören. Eine Verletzung dieser Rechte kann zu rechtlichen Konsequenzen führen.
SNBS (Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz)
Der Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) ist ein umfassendes Konzept für nachhaltiges Bauen in der Schweiz. Er integriert die drei Dimensionen Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt gleichermassen in den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie.
Single Source of Truth (SSOT)
Ein Datenmanagement-Konzept, bei dem alle Projektbeteiligten auf dieselbe, zentrale und aktuelle Datenbasis zugreifen, um Inkonsistenzen und Versionskonflikte zu vermeiden.
Stakeholder-Perspektiven
Ein methodischer Ansatz innerhalb der RDAM, der es erlaubt, «Sichten» auf den Dokumentenbestand zu definieren. Je nach Rolle (z.B. Versicherung, Jurist, Projektmanager) verschieben sich die relevanten Risikodimensionen und die Priorität der zu prüfenden Themen, um eine rollenspezifische Risikobewertung zu ermöglichen.
SIA (Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein)
Der massgebliche Schweizer Berufsverband für Planer und die Herausgeberin der SIA-Normen (z.B. SIA 118 Allgemeine Bedingungen für Bauleistungen, SIA 102 Ordnung für Architekturleistungen). Die SIA-Normen definieren Leistungsbilder, Haftungsrahmen und Qualitätsstandards — für unsere Kunden mit SIA-Abonnement auditieren wir auf Normkonformität direkt in Modul 1.
SLA (Service Level Agreement)
Eine vertragliche Vereinbarung, die den Umfang, die Qualität und die Verfügbarkeit einer Dienstleistung definiert — inklusive Reaktionszeiten, Supportkanälen und Eskalationswegen. Unsere SLAs sichern den laufenden Betrieb der nukleus-Plattform und den Helpdesk-Support für alle aktiven Kunden. Im Self-Hosted-Modus sichert nukleus eine hohe Verfügbarkeit der eigenen Infrastruktur zu; im BYOAI-Modus liegt die Verfügbarkeit der KI-Infrastruktur vollständig beim Kunden.
SWOT-Analyse
Ein strukturiertes Analysewerkzeug zur Bewertung von Stärken (Strengths), Schwächen (Weaknesses), Chancen (Opportunities) und Risiken (Threats) eines Unternehmens, Projekts oder Portfolios. Wir nutzen SWOT-Synthesen als strukturierte Ausgangslage für die strategische Unternehmens- und Portfolioentwicklung.
Szenario-Simulation
Die KI-gestützte Berechnung und Visualisierung verschiedener Entwicklungspfade (What-If-Analysen) auf Basis definierter Variablen — z.B. Wachstumspfade im Portfolio, Worst-Case-Kostenprognosen oder Terminrisiken. Wir nutzen Szenario-Simulationen, um Entscheidungen auf Datenbasis zu stellen statt auf Erfahrungswerte allein.
T
Taxonomie
Ein hierarchisches Klassifikationssystem für Dokumente und Informationen (z.B. nach Bau- und Liegenschaftsorgan), das Struktur und Auffindbarkeit sicherstellt.
TOM (Technische und Organisatorische Massnahmen)
Die Gesamtheit aller technischen und organisatorischen Vorkehrungen, die ein Dienstleister ergreift, um personenbezogene Daten vor unbefugtem Zugriff, Verlust oder Missbrauch zu schützen (Art. 32 DSGVO, Art. 8 DSG). Wir dokumentieren unsere TOM vertraglich im Auftragsverarbeitungsvertrag und setzen sie in der Schweizer Serverinfrastruktur vollständig um.
Transparenzpflicht (Art. 50 EU AI-Act)
Die gesetzliche Pflicht für Anbieter von KI-Systemen mit direkter Nutzerinteraktion, KI-generierte Inhalte als solche erkennbar zu machen und Nutzer über den KI-Einsatz zu informieren. Wir erfüllen diese Pflicht automatisch — jedes unserer kennzeichnungspflichtigen Module deklarieren wir korrekt, ohne dass Sie sich darum kümmern müssen.
V
VOB/B (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen, Teil B)
Das deutsche Regelwerk für die Abwicklung von Bauwerkverträgen — insbesondere zu Leistungsabgrenzung, Vergütung, Mängelrechten und Nachtragsregelungen. Die VOB/B ist dispositives Recht und gilt nur bei ausdrücklicher Vereinbarung; sie weicht in zentralen Punkten vom BGB-Werkvertragsrecht ab und ist daher bei deutschen Bauprojekten ein kritischer Vertragsbestandteil.
Verantwortungsabgrenzung (KI-Betriebsmodi)
Die vertragliche Zuweisung von Betrieb, Haftung, Datenschutz und Support an die jeweils verantwortliche Partei — abhängig vom gewählten Betriebsmodus der nukleus-Plattform. Im Self-Hosted-Modus trägt nukleus die vollständige Verantwortung. Im Hybrid-Modus differenziert die AGB zwischen Kern- (nukleus) und Drittanbieter-Schicht. Im BYOAI-Modus liegt die Verantwortung für die KI-Infrastruktur vollständig beim Kunden; nukleus haftet ausschliesslich für die Integrationsschicht. Die Abgrenzung ist in den jeweiligen Vergleichstabellen der AGB dokumentiert.
W
Werkvertrag
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Der im schweizerischen Obligationenrecht (OR 363 ff.) und im deutschen BGB (§ 631 ff.) geregelte Vertragstyp, bei dem sich eine Partei (Unternehmer) zur Herstellung eines Werkes und die andere (Besteller) zur Zahlung der vereinbarten Vergütung verpflichtet. Der Werkvertrag ist die rechtliche Grundlage nahezu aller Bauprojekte — mit weitreichenden Konsequenzen für Mängelrechte, Nachtragsansprüche, Haftung und Gewährleistungsfristen. Wir prüfen Werkverträge systematisch auf rechtliche Schwachstellen und wirtschaftliche Risiken, bevor sie zum Problem werden.